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Gespräch mit dem Physiker und Bestsellerautor Prof. Dr. Markolf NIEMZ, Ordinarius für Medizintechnik an der Universität Heidelberg, im April 2007 in Gemmingen über Lichtgeschwindigkeit und das Weiterleben nach dem Tod. |
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Seele als Blackbox des Lebens (Kraichgau Stimme, Donnerstag 6. Dezember 2007 S. 31)Von Sarina Pfründer
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Sinsheim - Keine leichte Kost servierten Professor Dr. Markolf Niemz und Pfarrer Gerhard Lanzenberger beim Vortrag „Indizien für unser Weiterleben im Licht“
den Zuhörern im evangelischen Gemeindehaus. Zwei spannende Vorträge und eine Fragerunde zeigten die Berührungspunkte von Theologie und Naturwissenschaft auf.
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Pfarrer, Gemmingen:
Zusammenfassung und theologische Folgerungen aus dem Buch von Prof. Dr. Hans-Peter Dürr,
„Auch die Wissenschaft spricht nur in Gleichnissen“ und aus den Gesprächen mit Prof. Dr. Markolf Niemz über sein Buch „Lucy im Licht“
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Materie und Leben, Seele und Jenseits
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1.
DIE MATERIE erscheint,
oberflächlich betrachtet, wie ein fester „Materiehügel“, ist aber eigentlich
wie ein wimmelnder, lebendiger „Ameisenhaufen“ aus „Passierchen“ und „Wirks“.
Unter der materiellen „Kruste“ wimmelt bereits die kreative Potenzialität des
Lebens, darauf wartend aus dem „materiellen Hügel“ hervorzubrechen
(Quantenlebendigkeit).
2.
DAS LEBEN wäre
dann die Flucht aus der Entropie durch Energiezufuhr in eine kreative
Evolution, deren Ausgang unsicher ist. Sie führt in eine schwebend-sensible
Instabilität auf einen hochdifferenzierten Chaospunkt zu in eine kreative
Potentialität des Lebens (=Geist?), wie ein „Pendel bzw. eine Schiffschaukel“,
die immer mehr Energiezufuhr erhält, bis sie überschlägt, solange dieses
„Leben“ dauert. Es entsteht eine dynamische Stabilität, das Spiel des Lebens
(„überschlagende Schiffschaukel“) Es ist so, als würden „zwei laufende Beine
eines Menschen“, sich gegenseitig stabilisierend durch Energiezufuhr in einem dynamischen
Gleichgewicht vorankommen. Oder man könnte es vergleichen mit einem Fahrrad,
das immer mehr in Bewegung kommt und in einem dynamischen Gleichgewicht in eine
schöne Fahrt gerät.
3.
Bleibt der
Mensch als eigene Melodie, die den Tod überdauert? (Dürr, S. 144): Mit
dem Tod kommt die „Seele“ nicht ins Ich-lose, aber ins Ego-lose . Das ICH kommt
in Omnipräsenz und Ewigkeit ohne „Ränder“, ganz in das „Offene“, das in die Unendlichkeit reicht, in einem
Horizont ohne Begrenzung (nicht mehr in der durch Haut begrenzten Hülle!). Die
Namen der Verstorbenen bleiben als Melodie erhalten. Mit den Melodien
aller anderen, in einem Geben und Nehmen (Dürr- S. 144 !!!). Das ICH
löst sich nicht in der Ganzheit
(hebräisch Schalom) auf, es bleibt in
ihr eingebettet.
4. Die naturwissenschaftlichen, gleichnishaften Betrachtungen tasten „nach unten“ die vielen „Profile“ und „Verzierungen“ eines Vasenhalses ab („Rubinsche Vase“) und entdecken unter der Kruste der Materie-Raum-Zeit-Welt die Potentialität des Lebens, das sich kreativ in immer neuen Evolutionssprüngen intelligent (Fred Hoyle) entwickelt.
5. Die Religionen tasten nach „oben“ den geöffneten „Vasenrand“ ab, der nach unten gebogen in die „Vase“ zurückläuft und in das Ganze der „Vase“ mündet. Dann käme alles wieder zurück zur Ganzheit aller Dinge (=hebräisch Schalom): Materie und Energie, Geist und Seele als Ganzheit im Licht (Omnipräsenz und Ewigkeit).
6. Theol. Folgerungen
a) Ich müsste mein in 2. Auflage erschienenes und zur Zeit vergriffenes Buch „Schöpfung ist Evolution“ in einer 3. Auflage nennen „Schöpfung ist kreative Evolution“.
b) Dürrs Gleichnisse „Wirks“ und Passierchen“ passen einzigartig zur Intention der hebräischen Sprache, die nicht statisch in Substantiven spricht, sondern Bewegung und wirken in Verben ausdrückt, z.B. die Übersetzung des Jahwenamens in Ex. 2, den wir als Abendländer mit „Ich bin, der ich bin“ übersetzen, muss besser aus dem Hebräischen übertragen werden, mit: „Ich bin der Wirkende und werde wirken, es passiert etwas, weil ich wirke. Ich bin der Werdende und ich werde für euch da sein“. (=HAYA, hebr. = sein – werden – wirken)
c) Die priesterschriftliche Schöpfungsgeschichte Gen. 1 spricht in einzigartiger, aktuell-gebliebener Reflexion z.B.:
aa)HAYA: Es sei, es werde, es wirke,
bb) BARA: es schafft einer, ohne zu arbeiten: es geht alles wie von selbst,
cc) YOM: kurze oder lange Zeiten, Ewigkeiten, „Tage“
dd) ADAM: Menschen aus Erde (ADAMAH),
ee) TOHU WA BOHU: Die Welt beginnt mit Chaos und Dunkelheit (CHOSCHÄK), danach strahlt Licht auf (YOM 1 = 1. Zeitraum).
d) Die jahwistische Weisheitsschrift Gen. 2 vom „Garten Eden“ ergänzt:
aa) YOM Eden: Der „Tag“ Eden (der Tag der „Seele Adams“)steht den 6 Schöpfungszeiten (YOM) gegenüber.
bb) Eden ist „der Tag“ (YOM) unsere 7 existentiellen seelischen Beziehungen zu Gott – Erde – Natur – Leben – Wissen um Gut und Böse – Tierwelt – Mann und Frau (=7). Der Mensch ohne Beziehungen ist wie ein Eremit in der Wüste allein, erst seine guten 7 Verbindungen (des Garten „Eden“)machen Adam zur Seele, sie zu zerbrechen ist Zielverfehlung (Sünde z.B. ist die Verbindung zur Natur abbrechen: zu den „Bäumen des Garten Eden“keine Beziehung haben.)
cc) EVA = die Lebensbringerinnen der Menschheit. Der Name erscheint nie im Zusammenhang mit ADAM, sondern nur am Ende des Sündenfalls als Interpretation, dass das Leben weitergeht (EVA=LEBEN), obwohl der Mensch sündigte. (Adam und Eva als erstes Paar ist eine Konstruktion des Abendlandes. Es entspricht den hebr. tiefsinnigen Aussagen
nicht. )
dd) Der Mensch wird zur Seele (NÄPHÄSCH – Gen. 2), die in enger Verbindung zum Körper steht: Kehle, Atem, Lebenshauch.
Folgerungen
aus c u. d:
Die Mühe der Kreationisten die Bibel
gegen die Evolution verteidigen zu müssen ist sinnlos und völlig überflüssig,
da beim wirklichen ernst nehmen der ganzheitlichen dynamischen hebr. Sprache
der Gegensatz in sich zusammenfällt: Gott
schafft so, dass alles wie von selbst geht (BARA) und spricht: es sei, werde,
wirke (HAYA).
e) Die Gespräche mit Physik-Professor Markolf Niemz („Lucy mit C“ und „Lucy im Licht“), Heidelberg, der die Hypothese vertritt, „mit dem Tod erreicht die Seele mit Lichtgeschwindigkeit Omnipräsenz und Ewigkeit“ erweitere ich durch die Anstöße von H.-P. Dürr
· Vielleicht formt die Seele den Körper zusammenhängend mit dem Weltgeist (Dürr, S. 137).
· Die Seele entstünde schon im Körper, sie wäre kein von ihm abgetrenntes Phänomen
· Die Seele wäre die Information des Lebens und würde Omnipräsenz und Ewigkeit erreichen (mit c)
· Der „Lebensfilm“ Seele könnte wie eine „Blackbox“sein, die den Tod des Körpers (Absturz: Schiffschaukel steht still) „überlebt“.
· Der Körper scheint nicht „die Schlacke“ zu sein, die zurückbleibt, sondern immer noch Materie mit Lebenspotentialität („Wirks“ und „Passierchen), die viele weitere Verwandlungen durchläuft, bis auch sie am Ende zurücktaucht in Ewigkeit und Omnipräsenz ?
(Durch absolute Gravitation: letzte Singularität : c=100%, G = 100%)?
· Dann gäbe es in der Tat die „Auferstehung“ der Seele und des Körpers.
· Dann wäre Ewigkeit und Omnipräsenz die Ganzheit (hebr. Schalom= Friede, die Ganzheit aller Dinge), in der alle ICHS miteinander verschmelzen und (!) gleichzeitig ihre “eigene Melodie“ spielen , ohne EGO( Egoismus) und ohne kämpferische Abgrenzung.
Was von der Raumzeitwelt aus unmöglich erscheint, würde im Jenseits kein Problem sein. (Die ICH-Teilchen „schwimmen“ auf und in den unendlichen „WIR- Wellen“ in der ewigen Omnipräsenz???).